John Lutz Boorman wurde vor Kurzem zum Produkt- und Marketingchef für Hanwha Vision Europe berufen. In seiner neuen Rolle leitet Herr Boorman die Produkt-, Lösungs- und Marketing-Roadmap für den europäischen Markt und stellt sicher, dass Hanwha Vision seinen Kunden weiterhin die hochwertigen Videoüberwachungslösungen liefert, für die das Unternehmen bekannt ist.
Herr Boorman verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Vertrieb, Produkt und Marketing für führende Vertriebs- und Produktionsunternehmen und bringt umfangreiche Kenntnisse in der Sicherheitsbranche mit. Wir haben Herrn Boorman gefragt, was man in den nächsten Jahren an Innovationen im Bereich der Videoüberwachung erwarten darf.
F: Welche Technologien werden die Videoüberwachung in den nächsten fünf Jahren verändern?
Der Markt für Videoüberwachung hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt. Videokameras werden nicht mehr nur zur Aufzeichnung von Bildern zu Sicherheitszwecken eingesetzt, sondern sind zu einem wichtigen Instrument für Unternehmen geworden, um den Geschäftsbetrieb zu verbessern, die Produktivität zu steigern, Geschäftsdaten zu liefern und die Sicherheit zu erhöhen. KI ermöglicht es, Gesichter, Personen und Fahrzeuge (sowie deren spezifische Merkmale) genau zu erkennen. So können Fehlalarme reduziert und tiefere betriebliche Einblicke gewonnen werden.
In den nächsten fünf Jahren wird KI nicht nur verstärkt für die Nachbereitung von Ereignissen, sondern auch für die forensische Suche und Analyse von stundenlangen Videos in wenigen Sekunden zum Einsatz kommen. Videosysteme, die mit realen, von Nutzern definierten Szenarien trainiert wurden, werden durch KI Verhaltensweisen vorhersagen und Nutzer vor möglichen Zwischenfällen warnen können, bevor diese eintreten. Prädiktive, KI-gestützte Videotechnologie wird daher zur Unterstützung von Geschäftsprognosen, zum effizienteren Einsatz von Unternehmensressourcen und zur Unterstützung von Nutzern bei der Entscheidungsfindung herangezogen werden.
F: Warum interessiert sich die Industrie so sehr für „ Edge“ basierende KI?
Der Einsatz von KI erforderte früher eine enorme Rechenleistung und eine riesige Infrastruktur und damit auch erhebliche Investitionen in Energie- und IT-Ressourcen. Durch die Integration von KI in der Kamera selbst („on Edge“) – sind heute erhebliche Einsparungen möglich. Bei einer Analyse von Bildern mithilfe von KI „on Edge“ müssen Rohdaten nicht zur Analyse an einen Server gestreamt werden. So wird mehr Bandbreite frei, zentralisierte Systeme müssen weniger Daten verarbeiten, und auch die Datenkosten werden auf diese Weise gesenkt.
Kameras mit KI „on Edge“ ermöglichen eine flexiblere und leichter skalierbare Videoinstallation. Das ist besonders hilfreich für Unternehmen, die ein Projekt schrittweise ausbauen wollen, da Kameras nach Bedarf hinzugefügt werden können, ohne dass in zusätzliche Serverkapazitäten investiert werden muss. Ein weiterer Vorteil ist, dass Edge-Geräte für spezifische Endanwender-Anwendungen genutzt werden können und so den Anforderungen unterschiedlicher Kunden gerecht werden.
KI „on Edge“ bietet auch Vorteile im Bereich der Cybersicherheit: Da Videos auf dem Gerät analysiert werden und nur Metadaten über das Netzwerk gesendet werden, können Hacker keine sensiblen Daten abfangen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Prozentsatz der Ereignisauslöser, die auf ein echtes Ereignis hinweisen, durch KI auf einem Gerät viel höher wird und somit Fehlalarme deutlich reduziert werden. KI „on Edge“ mit Deep-Learning-Technologie macht das Zählen von Personen, die Überwachung der Auslastung, die Verwaltung von Warteschlangen und mehr mit einem hohen Maß an Genauigkeit möglich.
Weil KI so große Vorteile bietet, ist Hanwha Vision seit mehreren Jahren federführend bei der Einführung von KI „am Edge“. Das Unternehmen hat Chipsätze mit verbesserter Verarbeitungsleistung entwickelt, damit Daten über SD-Kartensteckplätze in den Kameras aufgezeichnet und gespeichert werden können. Die Edge-basierte KI ist auch ideal, um die größtmögliche Verbreitung dieser transformativen Technologie zu gewährleisten und sollte genau aus diesem Grund ebenfalls begrüßt werden.
F: Was tun Hersteller, um ihre Produkte cybersicher zu machen?
Die Europäische Union ist aktuell bemüht, das Risiko von Cyberangriffen auf Unternehmen zu verringern. Ihre jüngsten Bemühungen konzentrieren sich auf zwei Richtlinien, das Gesetz über Cyberresilienz (CRA) und die NIS2-Richtlinie (die überarbeitete Version der bestehenden Richtlinie über Netz- und Informationssicherheit).
Wirtschaftsführer, die Videotechnologie einsetzen, müssen mit Herstellern wie Hanwha Vision zusammenzuarbeiten, die sich der Cybersicherheit verschrieben haben und bei der Einhaltung der NIS2 und des CRA die Nase vorn haben. Sie sollten auch nach Anbietern Ausschau halten, die aktiv potenzielle Sicherheitslücken in ihren Produkten und Lösungen schließen. Das Security-Computer Emergency Response Team (S-CERT) von Hanwha Vision tut dies jetzt schon regelmäßig, z. B. mit Penetrations- und Sicherheitstests.
Hanwha Vision ist ein Hersteller, der Cybersicherheit sehr ernst nimmt. Alle Produkte von Hanwha Vision werden mit Blick auf Sicherheit konzipiert und entwickelt und verfügen über die UL CAP-Zertifizierung im Wisenet 7 Advanced System On Chip. Darüber hinaus veröffentlichen wir als autorisierte CVE® Numbering Authority (CNA) potenzielle Bedrohungen und Schwachstellen und geben regelmäßig Firmware-Updates und Patches heraus, damit unsere Systeme resilient bleiben. Selbstverständlich erfüllt Hanwha Vision auch die Anforderungen des US National Defense Authorization Act (NDAA), der es Bundesbehörden und ihren Auftragnehmern verbietet, Videoüberwachungsanlagen von einer Reihe namentlich genannter Hersteller zu verwenden.
F: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Sicherheitsbranche?
Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) spielen in der Sicherheitsbranche eine immer wichtigere Rolle. Für Nutzer und Installateure von Videoüberwachungstechnik heißt das, dass sie bei der Auswahl eines Herstellers und Partners für Videotechnik, in die sie investieren, immer sorgfältiger vorgehen müssen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Entscheidungen wirken sich direkt auf die ESG-Bemühungen ihres eigenen Unternehmens aus und bestimmen mit, was Unternehmen ihren Stakeholdern berichten müssen, wenn weitere Berichtsvorschriften in Kraft treten.
Aspekte, auf die geachtet werden sollte, sind daher der Energieverbrauch und der Abfall, der bei der Herstellung der Videogeräte entsteht, sowie die Nachhaltigkeit der Lieferketten der Anbieter. Bei der Kamera sollten Nutzer und Installateure auf einen geringeren Stromverbrauch, die Resilienz des Produkts, regelmäßige Firmware-Updates sowie Pläne für das Recycling der Produkte nach Ablauf ihrer Nutzungsdauer achten.
Ethisches Design und ethische Herstellung sind für viele bereits wichtige Faktoren, und Marken, die den Lebenszyklus ihrer Produkte in jeder Phase kontrollieren, erhalten sehr wahrscheinlich den Vorzug gegenüber Produkten, die nicht die volle Verantwortung für den Prozess nachweisen können. Hanwha Vision ist auch Teil des Global Compact der Vereinten Nationen (UNGC), der weltweit größten Nachhaltigkeitsinitiative für Unternehmen. Der UNGC ruft Unternehmen dazu auf, ihre Kerngeschäfte und Geschäftsstrategie an 10 universellen Prinzipien auszurichten, die die Bereiche Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung beinhalten.
Fazit
Die Botschaft ist klar: Nutzer und Installateure wollen mit Herstellern zusammenarbeiten, die verstehen, wohin sich der Markt entwickelt und welche Schlüsselfunktion Technologien wie die KI hierbei spielen. Sie wollen auch, dass ihre Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit ernst genommen werden und dass ihr Wunsch, „das Richtige zu tun“, als Teil ihrer umfassenderen Nachhaltigkeitsambitionen berücksichtigt wird. Es ist an der Zeit, dass der Markt aktiv wird – und das Team bei Hanwha Vision ist bereits gut aufgestellt, um seine Rolle zu spielen.
